Gestalttherapie

Die Integrative Gestalttherapie gehört zu den humanistischen Verfahren in der Psychotherapie und beruht auf der Theorie und Praxis von Frederick Salomon Perls und Laura Perls, die – wie viele europäische PsychoanalytikerInnen – 1933 aus Deutschland erst nach Südafrika und dann nach Amerika flüchten mussten. Dort begründeten sie mit dem amerikanischen Sozialphilosophen und Schriftsteller Paul Goodman eine eigene Psychotherapierichtung – die Gestalttherapie (vgl. Gestalttherapie.at).

 

Worum geht es in der Gestalttherapie / Was ist Gestalttherapie?

In der Gestalttherapie steht das tatsächliche Geschehen im Vordergrund, also das, was wir mit unseren Sinnen, Empfindungen und Gefühlen erfassen und erleben. In der gestalttherapeutischen Arbeit ermuntere ich meine KlientInnen auf ihre Eigenwahrnehmung, ihre Empfindungen und Gefühle zu achten, ebenso auf ihren Kontakt zu sich selbst und ihrem Umfeld.

Die Gestalttherapie bezieht sich auf die körperlichen, seelischen und geistigen Erfahrungen der KlientInnen in all ihren Lebenszusammenhängen.

 

Der Mensch und seine Entwicklung in der Gestalttherapie

Gestalttherapie sieht den Menschen als ein zu Verantwortung fähiges, auf soziale Begegnung und Beziehung ausgerichtetes Wesen in einem sozialen Umfeld, das in einem lebenslangen Wachstumsprozess sein Potential verwirklichen kann. Durch ungünstige Entwicklungsbedingungen kann dieser Prozess beeinträchtigt und nachhaltig gestört werden. Dann werden oft Wahrnehmungen ausgeblendet, Gefühlsregungen unterdrückt, Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt und die Lebensenergie blockiert. Wenn wichtige Teile der Persönlichkeit nicht entwickelt oder abgespalten werden, kann dies zu vielfältigen Symptomen psychischer und psychosomatischer Leidenszustände führen oder aber zu nicht zufriedenstellenden sozialen Beziehungen (vgl.www.igwien.at).

 

Ziele der Gestalttherapie

In der Gestalttherapie geht es darum, diese unterbrochenen und blockierten Prozesse wiederzubeleben und dadurch auch wieder Zugang zur eigene Energie zu bekommen. Ich/wir arbeiten dahin gehend, die Kontakt- und Beziehungsfähigkeit sowie das Sinnerleben meiner/unserer KlientInnen zu vertiefen und so ihre Lebensfreude und Lebensenergie zu stärken. Die Bedeutung der eigenen individuellen Geschichte zu verstehen, ist dabei Teil des psychotherapeutischen Gespräches und die Grundlage möglicher Veränderung. 

 

Methodik und Anwendungsbereiche

Um über das Verstehen hinaus eine ganzheitliche Erfahrung der KlientInnen zu ermöglichen, können neben dem Gespräch auch erlebnisaktivierende Methoden in den therapeutischen Prozess einbezogen werden: kreative Medien, imaginative Techniken, szenischer Ausdruck sowie Aufstellungsarbeit. Gestalttherapie findet sowohl im Rahmen von Einzeltherapie als auch in Gruppen-, Paar- und Familientherapie statt (vgl.www.igwien.at).

 

Lektüre

In der umfangreichen Literatur zu Gestalttherapie empfehle ich insbesondere "Gestalttherapie" von Lotte Hartmann-Kottek (2014) oder "Fritz Perls und die Gestalttherapie" von Clarkson/McKewn (1993). Die Bücher von Laura Perls – beispielsweise "Meine Wildnis ist die Seele des Anderen" – sind verständlich geschrieben und eignen sich deshalb auch besonders gut für Nicht-TherapeutInnen.

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